„Recycling – aus alt mach neu“

Die im Folgenden dargestellte Lehr-Lern-Sequenz wurde im Schuljahr 2018/19, in einer 4. Klasse, durch die Lehramtsanwärterin Franziska Gieger durchgeführt und dokumentiert. Die Sequenz war eingebettet in eine themenorientierte Unterrichtseinheit zum Themenbereich Abfall und Recycling.

Bildungsplanbezüge

Quelle: Bildungsplan 2016
Inhaltsbezogene Kompetenzen:
3.2.3.2 Materialien und ihre Eigenschaften
Die Schülerinnen und Schüler können

  • Maßnahmen zur Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Abfallentsorgung beschreiben, nachvollziehen und gegebenenfalls nutzen.
  • Möglichkeiten der Wiederverwertung (zum Beispiel durch Papier schöpfen) oder Weiterverwendung von Materialien (zum Beispiel durch die Herstellung von Spielzeug aus Abfall) exemplarisch nachvollziehen.

Prozessbezogene Kompetenzen:
2.4 In der Welt handeln – Welt gestalten
Die Schülerinnen und Schüler können

  • aus den gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen – auch für das Alltagshandeln – ableiten.
  • nachhaltige Handlungsweisen als Lebensgrundlage für alle Menschen umsetzen (zum Beispiel […] in Bezug auf Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen, im Hinblick auf Abfallvermeidung, -trennung, -entsorgung und -verwertung […]).

2.5 Reflektieren und sich positionieren
Die Schülerinnen und Schüler können

  • eigenes Verhalten reflektieren und hinsichtlich eigener Gestaltungsmöglichkeiten bewerten (zum Beispiel […] bezogen auf Umweltschutz).
  • die Bedeutung der fachspezifischen Inhalte über das Fach hinaus für das eigene Leben reflektieren (zum Beispiel […] in Bezug auf gesunde und nachhaltige Lebensführung).

Leitperspektiven:
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)[…] In grundschulgemäßen Lernarrangements werden die Schülerinnen und Schüler für den Umgang mit natürlichen Grenzen der Belastbarkeit des Erdsystems […] sensibilisiert.

Fazit:
Die dokumentierte Unterrichtssequenz wurde im Schuljahr 2017/2018 in einer 4. Jahrgangsstufe durchgeführt, weshalb noch eine Orientierung an den Kompetenzen des Bildungsplanes 2004 stattgefunden hat (siehe nachfolgende Tabelle). Zwar sind auch in diesem Bildungsplan zahlreiche Kompetenzen enthalten, die eine Bildung für nachhaltige Entwicklung fokussieren. Allerdings greift der neue Bildungsplan die Thematik u.a. durch die Verankerung in den Leitperspektiven verstärkt auf. Durch die explizite Verankerung in den prozessbezogenen Kompetenzen werden neben den fachlichen nun v.a. zusätzlich die persönlichen Kompetenzen in den Blick genommen. Die Schüler_innen sollen nicht nur Möglichkeiten der Weiter-/Wiederwendung kennenlernen, sondern insbesondere ihr eigenes Verhalten reflektieren, dabei erkennen, dass ihr Handeln Auswirkungen haben kann und Konsequenzen für den Alltag ableiten. Der Bildungsplan 2016 greift somit das Kompetenzkonzept für BNE nach de Haan auf, bei dem die Gestaltungskompetenz als Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule deklariert wird.

Teilkompetenzen (nach BP 2004)
Die Schülerinnen und Schüler kennen unterschiedliche Möglichkeiten der Umgestaltung und Wiederverwertung von Materialien […].
Die Schülerinnen und Schüler entdecken Abfallmaterialien in ihrer ästhetischen Qualität und in ihrer Verwendbarkeit in künstlerischen Zusammenhängen.

Kompetenzorientierte Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler erweitern durch die Erarbeitung des Recyclingkreislaufs ihre fachlichen Kompetenzen und kennen durch die Auseinandersetzung damit und die Erprobung von Recycling-Projekten verschiedene Möglichkeiten, wie Abfallprodukte wiederverwertet und ästhetisch umgestaltet werden können.

Indikatoren
Die Schülerinnen und Schüler…
… erklären, was Recycling ist.
… nennen Abfallarten und Beispiele, die recycelbar sind.
… erarbeiten sich in Kleingruppen den Ablauf des Recyclingkreislaufs.
… legen die Bilder in der richtigen Reihenfolge mithilfe der Pfeile zu einem Kreislauf.
… ordnen den Bildern bzw. Schritten die passenden Begriffe zu.
… überprüfen die Richtigkeit ihres Kreislaufs anhand eines kurzen Textes.
… gestalten aus einem Tetra-Pak einen Geldbeutel, aus Klopapierrollen einen Stifthalter oder aus einer PET- Flasche einen Pflanzentopf.

Weitere BNE-spezifische Bezüge

Die dokumentierte Unterrichtssequenz zielt darauf ab, bei den Kindern Gestaltungskompetenz v.a. in Bezug auf ökologische Entwicklungen anzubahnen. Den Schüler_innen soll bewusst werden, dass sie durch Recycling bzw. durch Upcycling von Abfällen (und natürlich auch durch Abfallvermeidung) selbst den Prozess einer nachhaltigen Entwicklung mitgestalten können.

An Teilkompetenzen spielt in der Sequenz besonders die Teilkompetenz III: „Interdisziplinär arbeiten“ des Kompetenzkonzeptes nach de Haan eine entscheidende Rolle. Die Schüler_innen sollen Einblicke in verschiedene Zusammenhänge erhalten: Abfälle bestehen aus Rohstoffen, deren Vorkommen auf der Erde begrenzt sind, wodurch großer Bedarf besteht, diese durch Recycling/ Upcycling einzusparen. Gleichzeitig erkennen sie, dass durch Recycling/ Upcycling Abfälle in ihrer Menge her reduziert werden können und die Umwelt dadurch insgesamt weniger belastet wird. Die Zugangsweise zu diesen Zusammenhängen findet einerseits auf wissenschaftliche Art statt, indem sich die Kinder theoretisch mit den Recycling-Prozessen auseinandersetzen und die Abläufe in Kleingruppen entdecken. Andererseits lernen die Kinder durch praktische Arbeiten eine ästhetische und motivierende Zugangsweise zu einer nachhaltigen Entwicklung kennen.

Lehr-Lern-Szenario

Struktur der Lehr-Lern-Prozesse:

  • Vorwissen aktivieren durch Wiederholung fachlicher Lernvoraussetzungen (Was ist Recycling? Welche Verpackungen können recycelt werden? Ökologische Bedeutung des Recyclings
  • begrenztes Vorkommen natürlicher Rohstoffe, die eingespart werden können)
  • Erarbeitung des Recyclingkreislaufs in einer Kleingruppe und Visualisierung der Ergebnisse
  • Anwendung des zuvor Erarbeiteten durch Upcycling-Angebote

Didaktische Prinzipien:
Schülerorientierung, hohe Schüleraktivität, Handlungsorientierung, kooperatives Lernen.

Gelingensaspekte und Entwicklungsfelder

Gelingensaspekte:

  • kooperative Arbeit mit Strukturlegetechnik
  • zielbezogene Kommunikation der Schüler_innen über die Vorgänge beim Recycling

Entwicklungsfelder:

  • stärkere Fokussierung darauf, warum Recycling eine Möglichkeit darstellt, die Umwelt zu schonen
  • Zusammenhang zwischen Recycling-Kreislauf und Bastel-/Upcycling-Aktionen deutlicher herausarbeiten (siehe oben die Ausführungen zur Teilkompetenz III)
Anhang

Verwendete Literatur:
Adamina, M., & Möller, K. (2013). Zugänge zum naturwissenschaftlichen Lernen öffnen. In P.
Labudde (Hrsg.), Fachdidaktik Naturwissenschaft 1.-9. Schuljahr (S. 103-116). Bern: Haupt Verlag.

Hauenschild, K., & Bolscho, D. (2015). Bildung für nachhaltige Entwicklung. In J. Kahlert, M. Fölling-Albers, M. Götz, A. Hartinger, S. Miller, & Wittkowske (Hrsg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts (S. 194-199). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

Möller, K. (2015). Handlungsorientierung im Sachunterricht. In J. Kahlert, M. Fölling-Albers, M. Götz, A. Hartinger, S. Miller, & S. Wittkowske (Hrsg.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts (S. 403-407). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

Verwendete Internetseiten:
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2012). Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung vin Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetzt – KrWG). Abgerufen am 26. Juni 2018 von http://www.gesetze-im-internet.de/krwg/KrWG.pdf.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (2004). Bildungsplan 2004 Grundschule. Abgerufen am 15. Januar 2018 von http://www.bildungsplaene-bw.de/site/bildungsplan/get/documents/lsbw/Bildungsplaene/Bildungsplaene-2004/Bildungsstandards/Grundschule_Bildungsplan_Gesamt.pdf.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (2016). Bildungsplan 2016 Sachunterricht. Abgerufen am 8. Februar 2018 von http://www.bildungsplaene-bw.de/site/bildungsplan/get/documents/lsbw/export-pdf/depot-pdf/ALLG/BP2016BW_ALLG_GS_SU.pdf.

Stadt Land Welt e.V. (o.J.). Einführung – Was ist Upcycling? Abgerufen am 26. Juni 2018 von http://download.stadt-land-welt.org/Lehrmaterial/Upcycling-2017.pdf.

Flatterball – Upcycling alter T-shirts

Schülerinnen und Schüler einer zweiten Klasse recyclen alte T-Shirts und stellen aus diesen einen Flatterball her. Einzelarbeit und kooperative Lernformen wechseln sich ab, die Schülerinnen und Schüler unterstützen sich gegenseitig, so dass auch im sozialen Miteinander eine Kompetenzerweiterung stattfindet.

Durch die Verarbeitung nicht mehr benötigter Kleidungsstücke zu einem Spielzeug kann bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für Wiederverwertung und somit nachhaltige Entwicklung angebahnt werden. Die Unterrichtseinheit hat einen Umfang von zwei Doppelstunden und findet im Nachmittagsunterricht statt. Der erstellte Ball wird auf seine Flugeigenschaften im Sportunterricht getestet.

1. Kompetenzorientierte Lernziele

Kompetenzorientiertes Lernziel der Unterrichtseinheit:
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a recyceln alte T-Shirts für die Herstellung eines Flatterballes. Durch die Verarbeitung nicht mehr benötigter Kleidungsstücke zu einem Spielzeug kann bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung angebahnt werden.

Kompetenzorientiertes Lernziel der Unterrichtssequenz 1:
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a stellen aus alten T-Shirts die benötigten Materialien für die Herstellung eines Flatterballes her. Sie zerschneiden alte T-Shirts in Streifen unterschiedlicher Länge und erstellen durch das Kordeln oder das Häkeln eine Schnur.
Bei Bedarf unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig.

Kompetenzorientiertes Lernziel der Unterrichtssequenz 2:
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2b stellen aus Stoffstreifen, einer Schur und Gummiringen einen Flatterblatt her. Bei Bedarf unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig.

2. Kompetenzanalyse

Inhaltsbezogene Kompetenzanalyse:
Bezüge zum Bildungsplan der Grundschule, Fach Kunst / Werken im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler

Unterrichtssequenz 1 und 2:
3.1.2 Kinder erforschen und verarbeiten textile Materialien
„Die Schülerinnen und Schüler sind täglich von Textilien umgeben. Sie entdecken die Besonderheiten verschiedener textiler Materialien und ihrer Entstehung. Die Schülerinnen und Schüler wenden grundlegende textile Techniken an. Sie verwenden individuell geeignetes Material und Werkzeuge, dabei fließen Überlegungen zur Wiederverwendung und Umgestaltung von Materialien mit ein. Sie bringen eigene Vorstellungen und Ideen in den Arbeits- und Gestaltungsprozess mit ein.“, BP BW GS 2016 Kunst / Werken, S. 16

Folgende Teilkompetenzen aus dem BP werden in der Unterrichtssequenz 1 und 2 umgesetzt:
„(3) textile Materialien vielfältig verwenden (zum Beispiel in einen ungewöhnlichen Kontext stellen, wieder verwenden, zerschneiden, verhüllen, einpacken, einwickeln)“, BP BW GS, 2016, Kunst / Werken, S. 16

Folgende inhaltsbezogene Indikatoren sind in der Unterrichtssequenz 1 sichtbar:
Die Schülerinnen und Schüler:

  • kommen in den Sitzkreis.
  • fühlen den Gegenstand im Fühlsack.
  • stellen Vermutungen über den Gegenstand im Fühlsack her.
  • betrachten die Materialien im Sitzkreis.
  • stellen Vermutungen an, welche Arbeitsschritte sie leisten müssen.
  • hören den Erklärungen der Lehrkraft zu.
  • gehen zurück an ihren Platz.
  • stellen die Stoffstreifen her.
  • stellen die Schnur her.
  • kontrollieren die erstellten Stoffstreifen anhand der Übersicht.
  • geben Feedback.
  • erhalten Feedback.
  • verabschieden sich.

Folgende inhaltsbezogene Indikatoren sind in der Unterrichtssequenz 2 sichtbar:
Die Schülerinnen und Schüler:
kommen in den Sitzkreis.

  • stellen Vermutung zum Herstellungsprozess an.
  • sehen exemplarisch den Herstellungsprozess im Stuhlkreis.
  • wiederholen den Herstellungsprozess.
  • können Rückfragen stellen.
  • machen einen Knoten.
  • erhalten das vorbereitete Material der letzten Stunde.
  • kontrollieren ihr Material (6 lange Stoffstreifen, 6 kurze Stoffstreifen, 1 quadratisches Stück Stoff, Kordel oder Schnur).
  • ergänzen das Material ggf. um weitere Stoffstreifen.
  • fertigen mit den langen Stoffstreifen einen Knoten an.
  • fixieren den Knoten mit Gummiringen.
  • legen die kurzen Stoffstreifen um den Knoten und befestigen die Streifen mit Gummiringen.
  • befestigen das quadratische Stück Stoff um den entstandenen Ball.
  • fixieren den Ball mit der (erstellten) Schnur.
  • räumen ihren Arbeitsplatz auf.

Differenzierung:

  • verzieren den Flatterball noch weiter mit diversen, farbigen Schnüren.
  • Von den Schüler_innen wird ein Foto mit dem Flatterball für das Lapbook erstellt.

Prozessbezogene Kompetenzanalyse:
Bezüge zum Bildungsplan der Grundschule, Fach Kunst / Werken im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler

2.2 Welt erkunden und verstehen
Die Schülerinnen und Schüler können unterschiedliche Erscheinungsformen von Kultur und Natur erkennen, beschreiben, vergleichen und für ästhetische Prozesse nutzen. Sie finden zu einer ergebnisoffenen Grundhaltung, die Explorieren und Experimentieren in den Mittelpunkt stellt. Sie eignen sich Methoden der Welterkundung und Erkenntnisgewinnung an. Sie probieren, kombinieren und gestalten sowohl intuitiv als auch planvoll. Sie analysieren, deuten und erklären. Hierzu nutzen sie in vielfältiger Weise unterschiedliche Kunstformen, Medien, Materialien und Werkzeuge. (BP BW GS 2016, Kunst / Werk, S. 9)

Kompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler können
(2) „Methoden der Welterkundung und Erkenntnisgewinnung anwenden (zum Beispiel betrachten, beobachten, modellieren, recherchieren, experimentieren, planvoll umgehen, konstruieren, zerlegen, erforschen, sammeln, ordnen, variieren)“
BP BW GS, 2016, Kunst / Werken, S. 9

Folgende Indikatoren sind in der Unterrichtssequenz 1 sichtbar:
Die Schülerinnen und Schüler:

  • betrachten ihre mitgebrachten T-Shirts.
  • überlegen, wie sie diese zerschneiden müssen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
  • stellen verschieden lange Streifen her.

Folgende Indikatoren sind in der Unterrichtssequenz 2 sichtbar:
Die Schülerinnen und Schüler:

  • stellen aus alten Stoffstreifen einen Flatterball her.
  • unterstützen sich ggf. bei der Herstellung gegenseitig.

2.4 In der Welt handeln – Welt gestalten
„Die Schülerinnen und Schüler wirken aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mit.
Sie agieren plan- und fantasievoll, erkennen Auswirkungen ihres Handelns und übernehmen Verantwortung. Die Schülerinnen und Schüler können sich ausdauernd und konzentriert über einen längeren Zeitraum mit einer Sache beschäftigen.
Sie planen und führen Gestaltungsvorhaben durch, reflektieren Entstehungsprozesse und Ergebnisse und entwickeln Handlungsalternativen.“ BP BW GS, 2016, Kunst / Werken, S. 11

(3) „Nachhaltige Handlungsweisen als Lebensgrundlage für alle Menschen umsetzen (zum Beispiel Wegwerfmaterialien nutzen, Materialien wiederverwenden, ausradieren, übermalen, überkleben, umgestalten, mit Werkzeugen und Materialien sorgsam umgehen).“ BP BW GS, 2016, Kunst / Werken S.11

Folgende Indikatoren sind in der Unterrichtseinheit sichtbar:
Die Schülerinnen und Schüler:

  • erstellen aus alten T-Shirts ein Spielgerät.
  • reflektieren über die Weiterverwendung und Wiederverwertung von Abfall.

Weitere BNE-spezifische Bezüge:

  • Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen
  • Kompetenzkonzept für die Grundschule nach de Haan (2009)
3. Ablauf des Lehr-Lern-Szenario

Unterrichtssequenz 1:
Begrüßung (5‘):
Begrüßung durch Schüler_in.
Informierender Unterrichtseinstieg

Hinführung 1 (10’)
Bildung Stuhlkreis.
Fühlsack mit Flatterball durchgehen lassen.
Schüler stellen Vermutung an.

In Stuhlkreis legen: 2 alte T-Shirts, 6 lange Stoffstreifen, 6 kurze Stoffstreifen, 1 quadratisches Stück Stoff, 1 Kordel (gedreht oder gehäkelt)
Schüler vermuten Arbeitsauftrag und formulieren diesen.
Ziele der Unterrichtssequenz werden an die Tafel gehängt.

  1. Ich stelle einen Flatterball her.
  2. Ich schneide Stoffstreifen zu.
    - 6 lange Stoffstreifen
    - 6 kurze Stoffstreifen
    - 1 quadratisches Stück Stoff
  3. Ich stelle eine Schnur her.
  4. Wir helfen uns gegenseitig.

Hinführung 2 (5‘)
Auflösung Stuhlkreis, zurück an Platz
Austeildienst verteilt eingesammelte alte T-Shirts

Erarbeitung (40‘)
Schüler zerschneiden T-Shirts.
Schüler unterstützen sich gegenseitig.
Schüler überprüfen, ob sie alle Materialien haben.
Schüler stellen Kordel zur Fixierung her (kordeln oder häkeln).
Bei Bedarf dürfen die Schüler_innen eine Stoffschere bei mir holen.
Mit Hilfe eines Übersichtsbogens kontrollieren dieSchüler ihre Materialien auf Vollständigkeit.
Material + Übersichtsbogen in Umschlag räumen.
Umschläge einsammeln.

Feedback (5‘)
Zwei Karten werden an die Tafel gehängt:
Schüler äußern sich dazu.

Verabschiedung (5‘)
Jede_r Schüler wird persönlich verabschiedet.

Unterrichtssequenz 2:
Begrüßung (5‘)
Begrüßung durch Schüler_in.
Informierender Unterrichtseinstieg

Ziele:

  1. Ich stelle einen Flatterball her.
  2. Ich lege alle Materialien ordentlich vor mich hin.
  3. Ich stelle den Flatterball mit Hilfe der Anleitung her.
  4. Wir helfen uns gegenseitig.

Hinführung 1 (20‘)
Bildung Stuhlkreis.
Lehrer_in legt Material in die Mitte des Stuhlkreises
Schüler stellen Vermutung an, wie der Herstellungsprozess abläuft.
Herstellungsprozess wird exemplarisch von Lehrkraft durchgeführt. Visualisierung durch Stufenmodell an Tafel.
Schüler wiederholt Herstellungsprozess.
Jede_r Schüler übt nochmals an einer Schnur das Herstellen des Knotens.

Hinführung 2 (10‘)
Auflösung Stuhlkreis, zurück an Platz
Austeildienst verteilt:
Umschläge mit Material

Erarbeitung (40‘)
Schüler legen benötigtes Material vor sich aus.
Schüler stellen Flatterball her.
Schüler unterstützen sich gegenseitig.
Schüler orientieren sich am Stufenmodell.

Feedback (10‘)
Zwei Karten werden an die Tafel gehängt:
Schüler äußern sich dazu.

Verabschiedung (5‘)
Jede_r Schüler wird persönlich verabschiedet.

Differenzierung
Natürliche Differenzierung
Es ist davon auszugehen, dass einzelne Schüler_innen Unterstützung bei der Herstellung benötigen werden.
Sollten der Herstellungsprozess deutlich schneller als geplant verlaufen, wird auf dem Pausenhof noch eine Wurfrunde durchgeführt. Des Weiteren kann noch ein Foto für das Lapbook angefertigt werden.

4. Pädagogische Grundlegung, didaktisch-methodisches Konzept, Gelingensaspekte

Handlungsorientierung, Lebensweltbezug, Schüler_innenorientierung und eine hohe Aktivität der Schülerinnen und Schüler kennzeichnen die Unterrichtseinheit.

Täglich erleben Schülerinnen und Schüler wie unsere Wegwerfindustrie immer mehr auf die Bekleidung übergreift. Übervoll Kleidercontainer, Menschen mit riesigen Papiertüten, in denen sich Bekleidung befindet, begegnen ihnen täglich. Des Weiteren erfahren sie am eigenen Wachstum, dass ihnen ihre eigene Kleidung zu klein wird und diese nicht immer weiter verschenkt werden kann.

Durch die Herstellung eines Flatterballes erfahren sie eine sinnvolle Weiterverarbeitung. Gemeinsam mit der Sportlehrerin wurde der erstellte Ball fächerübergreifend im Sportunterricht getestet.

5. Literaturangaben und verwendetes Material

Verwendetes Material:
Alte T-Shirts, diverse Schnüre, Gummiringe
Bilder für Stufenmodell (eigene Herstellung, siehe hier)